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Rum wie num

Von biF


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Ich besuche wieder einmal meinen Freund Meinhard. Meinhard ist mein Leib- und Magengraphiker, ein humoriger Künstler, der in seinen Arbeiten spielend die Balance zwischen harmlos-gutmütigen Witz und schwarzem bis schwärzestem Humor hält, denn wie alle Humoristen ist er ein Menschenfreund mit einem gewissen Hang zur Verzweiflung an seinen, oder unseren, unvernunftbegabten Artgenossen. Sein Atelier mit Teeküche („Das Wasser muß erst kalt werden, und dann drei Minuten!“) liegt in dem Cottbuser Stadtteil, in dem sich eine – Achtung: „Straßenbahnendhaltestelle“ und die „Alte Welt“ befinden. (Ich vergesse immer, wie er heißt.) Die Straße dort hin, in Richtung Klinikum am Hauptbahnhof vorbei, bis zu der scharfen Rechtskurve am Ende und dann über drei Bahnübergänge mit einer Unterführung, ist seit geraumer Zeit schon eine üble „Schlaglochpiste“. Man kann zwar auch durch die Stadt fahren, aber viel besser fährt man damit auch nicht. Dreimal Schranke zu, dreimal herumstehen, auf Grün warten, Radio PSR hören – was anderes kriegt man in der Senke nicht rein – ziemlich entnervt treffe ich in Ströbitz (jetzt weiß ich’s wieder) ein. Nach der Begrüßung und dem Wetter komme ich auf die löchrigen Straßen zu lästern und erzähle ihm, daß eine hinter mir herfahrende Polizeistreife mich – irgend wann einmal – beim Umfahren zahlreicher Schlaglöcher beobachtet und schließlich gestoppt hatte, weil sie annahm, ich, seit vielen Jahren gezwungenermaßen – nicht gerne – abstinent, sei besoffen. „Ja“, sagt Meinhard, „es kann aber auch andersrum kommen: Mein Kumpel hat tatsächlich gefeiert, bloß ein bißchen getrunken, nicht viel, aber immerhin, wie das eben so ist beim Feiern, erst will man gar nicht, dann läßt man sich bequatschen, na gut, ein Gläschen, dann noch eins, und weil du’s bist, noch eins, bloß’n ganz kleines“ – Meinhard schnasselt auch ganz gerne einen und weiß, wie das geht – „irgendwann rein ins Auto – und dann hat der sich genau das vorgestellt, was du grade erzählt hast, und hat sich gedacht, also fahr’ ich mal lieber durch, durch die Löcher. So. Dann haben die Bullen den auch beobachtet, oder die Grünen, Bullen soll man ja nicht sagen, aber die haben sich gedacht: Wieso fährt der denn durch sämtliche Schlaglöcher? Bestimmt ist der besoffen! Ja. Und deshalb haben sie den auch angehalten, und da war das arme Schwein dann natürlich geliefert ...“

(30.01.2011)

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