Eine indiskrete Frage
mit überraschendem Effekt
Von biF
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Itsuki Takashi, Amputee Robot Doll Bondage. Manga drawing, 1986.
Hallo, ich bin die Lisa von Radio "fizz"; würdest Du mir eine Frage beantworten?
- Na ja, kommt drauf an.
Wieso?
- Na, auf Deine Frage.
Ach so, ja. Also: Würdest Du mir auch eine etwas indiskrete Frage beantworten?
- Ist das etwa schon die Frage?
Nein, das gehört noch zur Einleitung – also, was ist: Würdest Du?
- Na ja, das kommt jetzt drauf an, wie indirekt die ist.
Diskret – na ja, es geht: Also ich frag dich jetzt mal: Was würdest du am liebsten machen?
- Jetzt? Bier trinken.
Oh Gott, - nein, ich meine, mehr allgemein!
- Wie, allgemein?
Ja, also, ich meine eigentlich Sex.
- Ja, warum sagst du das denn nicht gleich!
Sag ich doch die ganze Zeit!
- Davon hab ich aber nichts gemerkt.
Ja, eben, weil du ein Mann bist. Ich sag’s also noch mal, und diesmal so, daß du’s auch merkst: Wie stellst du dir ein erotisches Abenteuer vor?
- Au ja ..., gut, daß du mich gerade das fragst.
Aha; na und?
- Was, und?
Ja, was – was stellst du dir vor?
- Also, ganz ehrlich: Ich träum schon lange davon, daß mich mal eine Volontärin vom Rundfunk fragt, was ich am liebsten machen würde.
Wie, was, machen?
- Na, sexuell und so, davon reden wir doch, oder?
Ja-ja, klar. Also mit einer Volontärin. Und was, bitte?
- Na ja, erst einmal würde ich der alles erklären, was mir so vorschwebt,
verstehst du?
Verstehe; stell dir vor, ich wäre die Volontärin.
- Mach ich glatt: Also, ich würd’ sie fesseln.
Donnerwetter! Und wie?
- Na, erst mal so, die Hände auf den Rücken, und dann geb’ ich’s ihr.
Auweia; – aber das ist doch bestimmt noch nicht alles, oder?
- Nö.
Mann, laß dir doch nicht alles so aus der Nase ziehen! Wie geht’s denn jetzt weiter?
- Hm, also, das ist jetzt vielleicht ein bißchen kompliziert: Ich binde ihr die Füße zusammen, und dann binde ich die Hände mit den Füßen zusammen.
Geht das denn überhaupt?
- Kommt drauf an.
Worauf?
- Wie gelenkig du bist.
Wieso ich?
- Na, wir reden doch gerade drüber, daß ich mir vorstelle, wie ich ein sexuelles Abenteuer mit dir habe, oder?
Mit einer Volontärin!
- Ja, genau, sag ich doch.
Mann, du bringst mich ganz durcheinander. Also, ich lieg nun so da – und dann?
- Dann lege ich dich zwischen meine Beine, und du knabberst ein bißchen an mir herum, verstehst du? Und ich lese dabei Zeitung.
Du kannst doch nicht Zeitung lesen, während ich ...
- ... und wieso nicht? Ist doch mein Abenteuer!
Ja, klar. Aber du läßt mich doch nicht ewig so liegen, oder?
- Nein, natürlich nicht.
Ja, und? Weiter?
- Ja, was, und weiter? Ich muß erst mal nachdenken. Schließlich wird man so was ja nicht alle Tage gefragt.
Hast Recht. Überlegen wir mal. Was könnten wir noch machen? Hast du einen Küchentisch?
- Nö; nicht mal Küche. Ich wohne Untermiete.
Gut, gehen wir zu mir, ich hab einen, so einen kleinen ovalen. Ich würde nämlich gerne auf dem Küchentisch, verstehst du?
- Nö.
Oh Mann! Also, paß auf: Ich hab was angestellt; die Kartoffeln hatten noch Popel oder so was. Du wirst wütend, schreist herum und reißt mir die Sachen vom Leibe. Dann muß ich mich an die schmale Seite von dem Küchentisch stellen und die Beine breit machen; dann bindest du meine Füße an die Tischbeine; dann muß ich mich auf den Tisch legen und du bindest meine Taille auf die Tischplatte, und dann machst du meine Hände an den anderen beiden Tischbeinen fest. Merkst du dir das alles? Zuletzt mußt du mich noch knebeln, damit ich nicht schreien kann. Dann kannst du machen, was du willst. Hauptsache, du machst mich früh um halb sieben wieder los, damit ich pünktlich ins Studio komme. Aber nicht eher – Strafe muß sein!
- Das meinst du doch nicht ernst, oder?
Na, aber klar doch! So was wollt ich schon immer mal. Oder denkst du etwa, du kannst mir hier einfach so das Maul wässerig machen? Komm mal bißchen ran.
- Gut so?
Näher! Ganz ran!
- Aha. Dicht genug?
Ja. Faß mir mal unter den Mini!
- Ich glaub’s ja nicht – ein Schloß?!
Genau! Und der Schlüssel dafür liegt auf dem Küchentisch. Verstehst du?
- Hm ...
(02.05.2008)
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